Grüne Kleidung

Warum lohnt es sich, ein paar Euro mehr für Ökomode auszugeben, anstatt sich für das Schaufensterschnäppchen zu entscheiden und weshalb ist bereits getragene Kleidung (Second-Hand-Ware) wesentlich gesünder für uns, als die neuste Mode vom Ständer?

Hier erfahren Sie einige Fakten rund um unsere Bekleidung

Was bedeutet es, neue Bekleidung aus dem Warenhaus zu kaufen?

  1. Bei Neuware handelt es sich um Produkte, die eine Menge Chemie enthalten, welche (trotz Waschen) auch IN unseren Körper gelangt  - ca. 1 l Spritzmittel pro Hektar Baumwolle & Chemiekalien aus der Weiterverarbeitung!
  2. Die Kleidung wurde in der Regel in einem fernen Land produziert - über 90 % der Deutschen Textilwaren sind aus anderen Ländern importiert, was sich durch weite Transportwege negativ für die Umwelt auswirkt!
  3. Arbeiter werden dort mit Billiglöhnen abgespeist - rund 1 % vom Endproduktpreis sind für Arbeitskosten, rund 25 % für Werbezwecke!
  4. Arbeiter haben kaum oder keine Pausen während der Arbeitszeit,
  5. Arbeiter sitzen stundenlang in stickigen Hallen ohne Tageslicht und unter enormem Lärm arbeitend,
  6. Viele Gebäude der Arbeiter sind nicht stabil genug einem Erdbeben stand zu halten und es gibt keine Sicherheitsvorkehrungen für den Brandfall,
  7. Arbeiter hantieren  mit giftiger Chemie OHNE geeignete Schutzkleidung,
  8. Es gibt keine Gewerkschaften, um die Rechte der Arbeitnehmer zu stützen,
  9. In Hinterhöfen müssen auch Kinder unter 14 Jahren arbeiten (für anonyme Subunternehmen der Großen), natürlich für Hungerlöhne,
  10. Die Entsorgung der Chemikalien erfolgt in diesen Ländern meist in Gewässer, wo sie der Natur und anderen Menschen Schaden zufügen

Was spricht also für ökologisch produzierte Bekleidung?

 

1. Die Einhaltung sozialer Standards in den Produktionsländern, das heißt:

  • keine Kinderarbeit
  • faire Löhne
  • Gewerkschaftsfreiheit
  • Bereit gestellte Schutzkleidung
  • strenge Kontrollen

2. Eine Umwelt- und gesundheitsbewusste Produktion

  • Nachhaltiger Bioanbau
  • Alternative Schädlingsbekämpfung OHNE Chemiekäulen
  • Keine Überdüngung
  • Auch in der Weiterverarbeitung wird  auf Chemie verzichtet (bei GOTS-Zertifizierung)
  • Umweltbewusster Umgang mit Abfallstoffen

Warum ist so viel Chemie in der Bekleidung?

Leider kommt eine Menge Chemie  in konventioneller Kleidung zum Einsatz:

 

1. Auf den Feldern, um Schädlinge zu bekämpfen.

Große Chemiekonzerne bringen ihre Produkte an den kleinen Mann, um ihn von genmanipuliertem, resistenem Saatgut (z.B. der Baumwollpflanze) und den entsprechenden Pestiziden abhängig zu machen.

Diese Taktik hat schon über 30.000 Kleinbauern in den Selbstmord getrieben, da sie sich hoffnungslos verschuldeten und die Schädlinge irgendwann resistent wurden, worauf hin ihre Ernteerträge ausblieben.

 

2. In der Weiterverarbeitung, um der Bekleidung bestimmte Eigenschaften zu verleihen, es handelt sich dabei u.a. um...

  • Weichmacher
  • Flammschutzmittel
  • Bleichmittel
  • Aufheller
  • Chemikalien zum Schutz vor Schimmelbildung
  • Substanzen um Knittern zu verhindern
  • Einlaufschutzmittel
  • Chemiekalien für wind- und wasserabweisende Eigenschaften
  • knallige Farben
  • Glanz
  • Antischimmelmittel für die langen Transportwege der Kleidung

1/3 aller Chemikalien weltweit landet in Textilien!


Was machen die Chemiekalien mit unserer Gesundheit?

  • Jährlich erleiden rund 100.000 Erntearbeiter Vergiftungen (mit Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen...) durch Spritzmittel, darunter viele Kindern!
  • 20.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen einer Vergiftung
  • Viele Chemiekalien greifen störend in den Hormonhaushalt ein
  • Verwendete Chemikalien bringen die Hautflora aus dem Gleichgewicht
  • Einige Chemiekalien können das Erbgut verändern & wirken kanzerogen (Krebs auslösend)
  • Chemiekalien in Textilien fördern die Entstehung von Allergien
  • Alle (Aus-)Wirkungen sind noch gar nicht bekannt

Die sogenannten Hilfsstoffe (Chemiekalien) müssen nicht einmal auf dem Etikett des Bekleidungsstückes angegeben werden!


Was ist mit synthetischer Kleidung?

 

Synthetische Fasern sind preiswert in der Herstellung, daher auch relativ "billig" im Verkauf, außerdem ist zu ihrer Herstellung wenig Wasser nötig.

 

Leider sind das auch schon alle Vorteile, da die Kunstfasern wie Polyamid, Polyester, Polyacryl, Elastan und Polychlorid auch mit Hilfe von Chemikalien hergestellt werden (=Rückstände enthalten)  und sehr schlechte thermoregulatorische Eigenschaften haben, das bedeutet sie sind...

  • nicht atmungsaktiv
  • nicht wärmeausgleichend
  • erhöhen die Schweißbildung und den Geruch
  • und sie neigen zur elektrostatischen Aufladung

Ist Kleidung aus Bio-Anbau immer frei von Chemie?



Nein, leider bedeutet der Aufdruck "Bio-Cotton" oder aus Biobaumwolle nur, dass beim Anbau auf den Chemiecocktail verzichtet wurde, nicht aber bei der Weiterverarbeitung der Fasern. (Außnahme: GOTS-Zertifizierte Mode!)

Zudem werden auch bei Produkten aus Bio-Baumwolle nicht immer korrekte soziale Standarts berücksichtigt.

 

Informieren Sie sich daher genau über Produktionsort und Siegel!


Welche Siegel gibt es?

Es gibt vor allem 2 wichtige/ bekannte Textil-Siegel :

 

      1. Das Öko-Tex-Standart-Siegel

a) Öko-Tex-Standart 100:

Garantiert Schadstofffreiheit im Endprodukt

b) Öko-Tex-Standart 1000:

Steht für Schadstofffreiheit im Endprodukt + ökologische Produktion + Einhaltung sozialer Standarts für die Arbeiter


      2. Das Global Organic Textile Standard- Siegel (kurz: GOTS)

Erfüllt die höchsten Standarts: Ökologischer Anbau, ökologische Produktionsschritte und die Einhaltung sozialer Standarts


Was ist mit Second-Hand-Mode?

Wer die preiswerteste Variante wünscht, kann auch Second-Hand-Mode kaufen, aus der bereits die meisten Schadstoffe herausgewaschen sind.

Zudem richtet sich die Wiederverwertung gegen den Wegwerftrend! = )


Bezugsquellen für Ökomode:


Buchempfehlungen zum Thema: "Grüne Bekleidung":

 

 

"Saubere Sachen"

von Kirsten Brodde



"Die Kleidung unsere zweite Haut"


von P. J. Lehmann



Filme zum Thema:

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