Tragen und Nähe

Jedes Baby will getragen und gehalten sein und sehnt sich nach Berührungen und der elterlichen Nähe. Diese Nähe erlebt es auch in den 40 Wochen der Schwangerschaft eindrücklich, daher ist das "Getragensein" ein Grunbedürfnis des Babys.

 

Obwohl dem Tragen fälschlicherweise ein unangenehmer Beigeschmack des Verwöhnens anhängt, handelt es sich dabei um die älteste Art und Weise, wie Menschen ihren Nachwuchs beförderten und vor Gefahren schützten.

Evolutionär gehören wir Menschen zu den Traglingen und so ist es ein Urbedürfnis eines jeden Babys - insbesondere in den ersten 6 Monaten - gehalten und getragen zu werden.

Die Idee des Kinderwagens stammt aus dem 19. Jahrhundert und kommt aus dem englischen Adel, bei dem es als "Chick" galt, seine Kinder nicht mehr selber zu tragen, sondern mit diesen, in pompösen Wägelchen zu flanieren.

 

Schauen wir in weniger zivilisierte Kulturen, so erleben wir auch hier die Natürlichkeit des Getragenwerdens von Babys und Kleinkindern.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum es sich lohnt sich einmal mit dem Thema "Tragen" auseinander zu setzen, wenn man Nachwuchs erwartet:

 

Tragen...

  1. Fördert die optimale Entwicklung von Babys Hüftgelenken
  2. Erleichtert den Eltern die Bewältigung des Alltags, weil das Baby einfach dabei ist, ohne zu stören
  3. Verbessert wissenschaftlich gesichert die Bindung zwischen tragendem Elternteil und Baby
  4. Macht das tragende Elternteil sensibler für die Bedürfnisse und Befindlichkeiten des Babys
  5. Fördert beim Baby die körperliche und geistige Entwicklung
  6. Ermöglicht es dem Baby am Geschehen teil zu haben, mit der Möglichkeit sich dennoch jederzeit (dem Körper der Mutter zu) abzuwenden, wenn es zu viele Reize erhält
  7. Verschafft jedem Baby großen Genuss - sofern die passende Trage und Tragetechnik gewählt wurde
  8. Ermöglicht auch mit Baby einfache Hausarbeiten, Kochen oder das Führen vom Hund oder An-die-Hand-Nehmen schon älterer Kinder
  9. Durch das Tragen können enge, unwegsame Wege besser passiert werden und auch Wald und Wiesen eignen sich bestens für einen Spaziergang
  10. Getragene Babys weinen durchschnittlich weniger und sind in der Regel ausgeglichener als wenig oder nicht getragene Kinder

Auch wenn Sie sich bereits von Anfang an für einen Kinderwagen entschieden haben, so lohnt sich die ergänzende Anschaffung einer Komforttrage!!!

 

Bei vielen Trageberaterinnen kann man sich diese auch erst einmal leihen!


Checklisten

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Checkliste Komforttrage
Checkliste zum Kauf einer Komforttrage.p
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Checkliste Kinderwagenkauf
Checkliste zur Auswahl eines Kinderwagen
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Geniale Artikel des Kinderarztes Herr Dr. Renz-Polster:

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Bedürfnisse eines Neugeborenen
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Kann man Babys verwöhnen?
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Abhängigkeit Babys
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Babys Tragen
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Babys Tragen 1
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Mit freundlicher Genehmigung des Autors Dr. Renz-Polster: www.kinder-verstehen.de


Buchempfehlungen:



Hilfreiche Videos:


Nützliche Tipps:

 

  • "Gönnen" Sie sich und Ihrem Kind auf jeden Fall eine persönliche Trageberatung, diese hilft Fehler zu vermeiden und gibt Sicherheit
  • Benutzen Sie für die ersten 8-10 Wochen am besten ein Tragetuch, da das Neugeborene noch über wenig Körperspannung verfügt und nur so die Körperhaltung optimal unterstützt wird
  • Tragen Sie so oft wie möglich aber legen Sie Ihr Baby ab, wenn Sie mit heißem Wasser, Gewürzen, Dampf oder Zwiebeln hantieren
  • Schauen Sie auch nach gebrauchten Tragehilfen um Geld zu sparen
  • Verwenden Sie eine Tragehilfe (=Bauch-/Rückensack), welche einen verstellbaren Steg (Bereich zwischen Knie und Knie) hat oder kaufen Sie noch einen Stegverkleinerer hinzu, z.B. von Manduca
  • Ziehen Sie sich und das Baby nicht zu dick an, da das Tuch/ die Trage eine Schicht Kleidung ersetzt, warm sollten jedoch v. a. Füßchen und Beine sein
  • Niemals Strampler oder Bein-Fuß-Einteiler beim Tragen anziehen, da das Baby u.U. einen starken Druck auf den Fuß /die Zehen erfährt und dies durch Weinen und Jammern äußert
  • Denken Sie immer an die korrekte Anhock-Spreiz-Haltung Ihres Babys.

Ein paar Worte Schluss

 

Lassen Sie sich durch die Kritik anderer nicht verunsichern  und bleiben Sie auf dem Herzenskurs mit Ihrem Baby. Sie als Mutter/ Vater fühlen, was es braucht!

Sie machen das gut! Vertrauen Sie zuallererst sich und Ihrem Kind.

 

Haben Sie Angst vor´m verwöhnten Tyrannen?

Es gibt - neben den zahlreichen "gut gemeinten" aber ungefragten Ratschlägen vieler Mitmenschen - keinen schlechteren als die Warnung vorm Verwöhnen.

Einem Baby können Sie NIEMALS zu viel Zuwendung und Bedürfnisbefriedigung zukommen lassen, das steht wissenschaftlich fest!

Ganz im Gegenteil: Studien ergaben, dass gerade die Kinder mit guter Eltern-Kind-Bindung und einer bedürfnisorientierten Betreuung (viel Tragen, Schlafen bei den Eltern, sofortige Reaktion auf Weinen etc.) eine wesentlich schnellere Ablösung und Selbstständikeit erlernen und durchschnittlich weniger psychische Auffälligkeiten im späteren Leben entwickeln.

 

Verwöhnen im negativen Sinne heißt:

 

  • Dem Kind das abnehmen, was es eigentlich selber kann
  • Dem Kind das geben, was es im Grunde nicht braucht

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